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Ford ist jetzt in TWIs Forschungsrat vertreten

Mon, 14 September, 2020

Der Automobilgigant Ford ist als langjähriges industrielles Mitglied des TWI vor kurzem TWIs Forschungsrat beigetreten und hat dadurch direkten Einfluss auf die Aktivitäten des TWI-Grundlagenforschungsprogramms. Der Forschungsrat setzt sich aus Expertenvertretern der namhaftesten Industriefirmen zusammen, was gewährleistet, dass die Forschung des TWI industriell relevant bleibt.

Alan Banks von Ford war so freundlich, sich etwas Zeit zu nehmen, um mehr über Fords Beitritt in den Forschungsrat zu erklären und zu erläutern, wie ihm das helfen wird, ihre Ziele in der Zukunft zu erreichen.

Alan Banks
Alan Banks

Die meisten werden bereits über Ford Bescheid wissen, aber können Sie uns bitte erklären, was Sie dazu bewogen hat, industrielles Mitglied des TWI zu werden?

Ford war bereits Mitglied des TWI, bevor ich in den Forschungsrat kam. Ich denke, als Weltklasse-Automobilunternehmen macht es absolut Sinn, sich in Weltklasseorganisationen zu engagieren. Das wirft die Frage auf: ‚Warum sollten wir nicht industrielles Mitglied des TWI werden?‘ Unser Geschäft ist die Entwicklung, Produktion und der Verkauf von Automobilprodukten und Mobilitätsdienstleistungen. Diese Produkte gehören zu den fortschrittlichsten in der Branche, daher ist es wichtig, auf dem neuesten Stand der Spitzentechnologien zu bleiben, um wettbewerbsfähig und relevant zu bleiben. Wir befinden uns in einer Zeit beispielloser Veränderungen – und das war bereits vor Covid so – daher ist es naheliegend, aktiv mit Branchenkenntnissen zu arbeiten.

Was erhoffen Sie sich von der Zusammenarbeit mit TWI?

TWI ist im Sinne von The Welding Institute eigentlich fast eine Fehlbezeichnung, da TWI so viel mehr bietet als Schweißfachwissen. Als ich auf TWI aufmerksam wurde und dem Forschungsrat beitrat, war ich erstaunt, welche Breite und Tiefe TWIs technisches Fachwissen hat – von der additiven Fertigung bis hin zu Verbundwerkstoffen, Prüfung und Ausbildung. Ich bin schon während meiner gesamten Karriere Maschinenbauingenieur und habe in den letzten 30 Jahren ausschließlich an Nutzfahrzeugen gearbeitet. Wenn die Automobilindustrie ihren Weg in Richtung Elektrifizierung und Nullemissionen vollendet, wird es wichtig sein, das zusätzliche Gewicht, das die Elektrifizierung mit sich bringt, auszugleichen. Dies ist bei Pkw-Plattformen besonders wichtig, aber ich halte es auch bei Nutzfahrzeugen für unerlässlich. Jedes zusätzliche Kilo, das das Fahrzeug wiegt, bedeutet für unsere Kunden ein Kilo weniger Nutzlast. Mit den Beschränkungen des 3,5t-Führerscheins müssen wir sicherstellen, dass wir die Kundenbedürfnisse erfüllen können. Das bedeutet, dass wir leichte Materiallösungen entwickeln müssen, die fortgeschrittene Forschung und Verbindungen erfordern. Es war sehr erfreulich, zu erfahren, dass TWIs Forschung zum Fügen von fortschrittlichen Werkstoffen und Materialmischverbindungen bereits weit fortgeschritten ist, da diese Technologien der Schlüssel dazu sein werden, die Fahrzeuge erschwinglich zu halten.

Ford ist nicht nur industrielles Mitglied des TWI, sondern auch in TWIs Forschungsrat vertreten. Was glauben Sie, bedeutet dies für unsere Partnerschaft und was können Sie Ihrer Meinung nach in den Ausschuss einbringen?

Der Forschungsrat hat mir die Augen für einige unglaublich interessante technische Beiträge geöffnet. Trotz meiner 37-jährigen Tätigkeit in der Branche würde ich mich keineswegs als Experte für Schweißen oder Fügen bezeichnen. Wenn ich mir die Forschungsarbeiten ansehe, die vor der Veröffentlichung gegengelesen und kommentiert werden müssen, dann wird für mich die Tiefe des Wissens und die kontinuierliche Forschung, die durchgeführt wird, wirklich deutlich. Und natürlich bekommen wir auch vergangene und veröffentlichte Arbeiten zu sehen, die immer noch relevant sind. Wir werden auch bei Schulungen und Seminaren vor Ort an all unseren Standorten mit TWI zusammenarbeiten, um die neuesten Technologien und Innovationen richtig zu vermitteln. Dies beruht natürlich auf Gegenseitigkeit, und Ingenieure und Teams werden ermutigt, Innovations- und Entwicklungsfragen an das TWI zu bringen, damit sie bei der Lösung helfen können. Wir sehen diese Partnerschaft als beidseitige Aktivität, und sie sollte für beide Seiten einen Gewinn bringen, da wir wollen, dass es das Lernen und die Entwicklung auf beiden Seiten maximiert. Ford kann Informationen über reale und vorrangige Entwicklungsaufgaben einbringen, um sicherzustellen, dass TWI sich auf deren sofortige Lösung und weiterführende Forschung widmen kann.

Warum halten Sie es für wichtig, dass die Industrie ein Mitspracherecht bei der Ausrichtung der von Organisationen wie dem TWI durchgeführten Forschung hat?

Ich halte die vom TWI durchgeführte Forschung für äußerst wichtig, und die Innovationen, die erreicht wurden, sind wirklich unglaublich. Aber ohne industriellen Input wird die Relevanz der Forschung zwangsläufig in Frage gestellt werden. Im gegenwärtigen Klima, insbesondere in der Großserienfertigung für die Automobilbranche, stehen wir vor unmittelbaren und zukünftigen Herausforderungen, mit denen wir uns befassen müssen. Ohne dieses Verständnis könnte die Forschung in eine Richtung gelenkt werden, die wir nicht als vorrangig ansehen würden. Und das gilt für jeden Sektor – nicht nur für die Automobilindustrie. Als Forschungs- und Technologieorganisation bietet TWI den Hintergrund und die Lösungen für viele Entwicklungen, und es ist wichtig, dass wir zusammenarbeiten, um Innovationen voranzutreiben, denn das schützt uns beide weit in die Zukunft.

Die Automobilindustrie hat generell einen Einfluss auf das Erreichen vieler Umweltschutz-Zielsetzungen, darunter ein oft erwähnter Schritt in Richtung Elektrifizierung, aber was sehen Sie als die Zukunft der Automobilindustrie, und wie kann das TWI Ihrer Meinung nach dabei helfen?

Wie ich bereits sagte, befinden wir uns in einer Zeit beispielloser Veränderungen. Der Drang zur Elektrifizierung bringt jeden Tag neue Innovationen. Die damit verbundenen Umweltauswirkungen hinsichtlich der Abgas-Emissionen sind offensichtlich, aber weniger offensichtlich sind die CO2-Auswirkungen in der gesamten Industrie, die Kobalt und Nickel für die Herstellung der Powerpacks abbaut und diese dann rund um den Globus verschickt. Für fortschrittliche Materialien und Herstellungsprozesse wird eine energieintensive Produktion erforderlich sein, so dass eine Lebenszyklusanalyse von der Wiege bis zur Bahre unerlässlich sein wird. Wenn wir bei der Produktion eines Fahrzeugs mehr CO2 erzeugen, als ein herkömmlicher Motor emittiert hätte, dann wären wir gescheitert. Die gesamte Branche, von Universitäten über Forschungs- und Technologieorganisationen bis hin zu Großserienherstellern, müssen sich alle zusammenschließen um diese Probleme zu lösen. Wir haben ein gemeinsames Ziel und ein gemeinsames Problem, und ein kooperativer Ansatz wird der einzige Weg sein, sie zu lösen. Als Forschungs- und Technologieorganisation hat TWI Zugang zur branchenübergreifenden Forschung und wird auch in Zukunft ideal positioniert sein, um nicht nur bei der Lösung der Probleme zu helfen, sondern auch sektorübergreifende Kontakte herzustellen, um eine nachhaltige Wirtschaft zu gewährleisten.

 

Für weitere Informationen senden Sie bitte eine englischsprachige E-Mail an:

kontakt@twi-deutschland.com

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